Amsterdam: Kopfschuss! Kriminal-Reporter schwer verletzt – News Ausland

Hinterhältiges Attentat auf einen Journalisten in Holland!

Der prominente niederländische Kriminalreporter Peter R. de Vries ist nach Angaben der Polizei mitten in Amsterdam bei einem Anschlag schwer verletzt worden. Nach Angaben von holländischen Reportern wurde mehrere Mal auf ihn geschossen. De Vries kam mit einem Kopfschuss in ein Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr. Über die Hintergründe der Tat wurde noch nichts mitgeteilt. Zwei Verdächtige wurden auf einer Autobahn festgenommen, eine Verdächtiger in Amsterdam, berichtet die niederländische „AD“.

Schockierte Polizistinnen am TatortFoto: EVA PLEVIER/REUTERS

Gegen 19.30 Uhr hatte ein Unbekannter Medienberichten zufolge beim Leidseplein im Zentrum von Amsterdam auf den 64-jährigen de Vries geschossen, als der Journalist das TV-Studio von RTL Boulevard verlassen hatte. De Vries hatte kurz zuvor an einer Live-Sendung teilgenommen, in der er regelmäßig auftritt. Zeugen hatten das Opfer erkannt, auf den sozialen Medien wurden auch Videos vom Tatort verbreitet.

Im Internet kursiert ein Video aus einer Überwachungskamera, das angeblich Peter R. de Vries zeigen soll, wie er nach der Sendung auf einer Straße entlanggeht. Er trägt einen hellgrauen Anzug, schaut scheinbar auf sein Telefon. Einige Sekunden später geht ein Mann mit einem Motorradhelm hinterher. Polizisten in einem Auto fahren ganz normal Streife, biegen nach rechts ab. Noch einige Sekunden später hört man Schüsse.

Ein weiteres Video zeigt einen Mann, auch in einem hellgrauen Anzug, der leblos auf dem Boden liegt. Unter seinem Kopf tritt Blut hervor. Angeblich soll es de Vries sein. Eine Frau ruckelt ihn an, versucht ihn anzusprechen.


VU Medical Center in Amsterdam wird von schwer bewaffneten Polizisten bewacht. Hier wird de Vries behandelt
VU Medical Center in Amsterdam wird von schwer bewaffneten Polizisten bewacht. Hier wird de Vries behandeltFoto: EPA

→ In einer Pressekonferenz am späten Abend sagte Bürgermeisterin Femke Halsema: „In diesem Moment wissen wir nur, dass Peter R. de Vries um sein Leben kämpft. Er ist ein nationaler Held. Es war ein feiges und brutales Verbrechen.“

Ministerpräsident Mark Rutte: „Das war ein Anschlag auf den freien Journalismus. Ein Anschlag auf einen mutigen Journalisten. Unsere Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie. Das Wichtigste ist jetzt, dass er überlebt.“

Justizminister Grapperhaus und Ministerpräsident Rutte reagierten sehr emotional auf den Anschlag. Grapperhaus sprach von einem schwarzen Tag und Anschlag auf die Freiheit.

Wenig später reagierte auch das niederländische Königshaus via Facebook und Twitter auf den Anschlag.

„Die Nachricht, dass der Journalist Peter R. de Vries niedergeschossen wurde, hat uns tief erschüttert. Er und alle, die ihm nahestehen, sind in unseren Gedanken“, heißt es in dem Post.

Und weiter: „Journalisten sollten ihrer wichtige Arbeit ungehindert und frei ausüben können. Wir fühlen uns mit allen verbunden, die sich für die freie Presse in unserem Rechtsstaat einsetzen.”

De Vries ist der führende Kriminalreporter der Niederlande und tritt regelmäßig auch als Sprecher von Opfern oder Zeugen bei Prozessen auf. Zurzeit ist er die Vertrauensperson des Kronzeugen in einem großen Prozess gegen das organisierte Verbrechen. Im Zusammenhang mit dem Prozess war bereits 2019 der Anwalt des Kronzeugen erschossen worden.


Die Polizei ermittelt, noch ist kein Hintergrund bekannt
Die Polizei ermittelt, noch ist kein Hintergrund bekanntFoto: EPA