Gewalt-Eskalation bei Corona-Demos: Randalierer, Räum-Panzer, Tränengas – News Ausland

Jetzt knallt es im Herzen Europas!

Rund 35 000 Menschen marschieren am Sonntag durch die Brüsseler Innenstadt, um gegen die verschärften Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Darunter: mindestens 1000 Gewalttäter.

Die Randalierer zünden Rauchbomben, werfen große Steine, Flaschen und Böller auf Polizisten. Mit Zwillen feuern sie Murmeln auf die Einsatzkräfte!

Die Beamten reagieren mit massivem Wasserwerfer-Einsatz und feuern Tränengas-Granaten in die Menge. Dichter Tränengas-Nebel liegt in den Straßen.

Am Nachmittag zündeten die Krawallmacher auch Barrikaden an – die Polizei setzt Räumpanzer ein, um die Straßen wieder freizubekommen. Auch Läden wurden geplündert!

Dieses Geschäft in Brüssel wurde völlig zerstörtFoto: Sebastian Prengel

Die geplante Route der Demonstration soll bis ins Europaviertel führen. Die Polizei sperrte mehrere Straßen mit Stacheldraht ab.

Auf Bildern, die die Nachrichtenagentur Belga verbreitete, waren außerdem Polizeiwagen mit zerbrochenen Scheiben zu sehen.


Gewalttäter mit Pyrotechnik
Gewalttäter mit PyrotechnikFoto: Reichwein Christoph


Dichter Tränengas-Nebel liegt über Teilen der Stadt
Dichter Tränengas-Nebel liegt über Teilen der StadtFoto: KENZO TRIBOUILLARD/AFP

Die Teilnehmer kritisieren etwa, dass an vielen Orten mittlerweile eine Impfpass-Pflicht gilt und ein Impfdruck aufgebaut werde.

Das Bild der Menge ist diffus: Laut der Nachrichtenagentur AP waren sowohl rechtsextreme Symbole, aber auch Regenbogenflaggen zu sehen.


Nach Polizeischätzungen sind rund 35 000 Menschen auf der Straße
Nach Polizeischätzungen sind rund 35 000 Menschen auf der StraßeFoto: Olivier Matthys/AP

Corona-Wut in Europa

In den vergangenen Tagen gab es in vielen europäischen Metropolen Ausschreitungen auf Corona-Demonstrationen.

Die niederländische Polizei nahm bei Unruhen in Den Haag und anderen niederländischen Städten am Samstag mehr als 30 Personen fest, nachdem es in der Nacht zuvor in Rotterdam zu noch schlimmeren Ausschreitungen gekommen war.

Weitere Krawalle gab es am Sonntagabend unter anderem in den Städten Leeuwarden, Groningen, Enschede und Tilburg. In Enschede, wo eine Notstandsverordnung erlassen wurde, versuchte die Polizei laut einem in Internet-Medien verbreiteten Video, eine Menschenmenge mit Schlagstöcken auseinanderzutreiben. In Groningen und Leeuwarden warfen Demonstranten Feuerwerkskörper und zündeten Leuchtraketen.

In Leeuwarden musste ein Fußballspiel unterbrochen werden, nachdem Fans, die wegen der Corona-Auflagen nicht ins Stadion durften, Feuerwerkskörper geworfen hatten.

Im Zuge der Krawalle gab es in den Niederlanden von Freitag- bis Sonntagabend nach Angaben der Behörden insgesamt etwa 130 Festnahmen. Die Krawalle waren am Sonntagabend aber nicht mehr so heftig wie in den beiden vorherigen Nächten.

In Wien demonstrierten 40 000 Menschen gegen den ab heute geltenden Lockdown (auch für Geimpfte). Die Proteste verliefen jedoch vorwiegend friedlich.