Bundesliga: Silberberger warnt vor Tiroler Übermut

„Die letzte Saison war die historisch beste Saison der WSG Swarovski Tirol in der alleinstehenden Vereinshistorie“, sagte der WSG-Trainer und hob das Erreichen des sechsten Platzes hervor. Der 48-Jährige möchte den Ball in Tirol jedoch flach halten: „Wer jetzt wieder davon träumt, da ist der Spielraum für Enttäuschungen sehr, sehr groß. Ich warne davor. Unser einziges Ziel darf der Klassenerhalt sein. Alles andere passiert“, sagte Silberberger. Einen Vorgeschmack, wohin die Reise geht, könnte schon der Auftakt liefern, wenn die Tiroler am Samstag (17.00 Uhr) die Admira empfangen.

Den Kader der Wattener Sportgemeinschaft hält Silberberger qualitativ für stark genug im Abstiegskampf. In der Sommerpause gab es zahlreiche Ab- und Neuzugänge. „Wir haben dieses Jahr wesentlich mehr Zeit gehabt“, meinte der Trainer mit Blick auf die Kaderplanung. Zudem sei man durch den sportlichen Erfolg nun auch eine spannendere Adresse. „Ich glaube, dass wir uns auf den vakanten Positionen, wo wir Handlungsbedarf hatten in der Stammelf, clever verstärkt haben.“

Verstärkung aus Italien

Die spannendste Spieleraktie ist sicher Stürmer Giacomo Vrioni, der 22-jährige Albaner mit italienischen Wurzeln wurde von Juventus Turin ausgeliehen. „Das war der Wunsch von Juventus, dass er sich uns anschließt“, sagte Silberberger. Das Leihgeschäft mit Italiens Fußballrekordmeister hatte sich schon bei Nikolai Baden Frederiksen für alle Beteiligten ausgezahlt. „Der Marktwert von Niko ist bei uns durch die Decke gegangen. Er hat Angebote von halb Europa“, so der WSG-Coach. Der Däne erzielte vergangene Saison 18 Bundesliga-Tore für die WSG. Häufiger traf nur Salzburgs Patson Daka (27).


GEPA/Daniel Schoenherr

Mit Hilfe von Juve-Leihspieler Vrioni wollen die Tiroler wieder vorne mitmischen

Vrioni, der bereits zwei Länderspiele für Albanien absolviert hat, soll nun in die Fußstapfen von Frederiksen schlüpfen. „Von den Grundvoraussetzungen ist er ein sehr kompletter Spieler. Er hat auch wahrscheinlich mehr den Willen und mehr das Leben eines Profis als der Nikolai“, meinte WSG-Kapitän und Torhüter Ferdinand Oswald schmunzelnd. Vrioni müsse sich in Wattens aber erst einleben. „Er kommt von Juventus Turin, und wir sind ein ganz, ganz kleiner Fleck auf der Fußballlandkarte in Europa. Aber er hat das gut angenommen“, so Oswald.

Vier Treffer des Italoalbaners in zwei Testspielen der WSG und ein Tor beim 3:0 gegen Regionalligisten Leobendorf im Cup bestätigen den Eindruck. Silberberger betonte, dass Vrioni zwar ein anderer Stürmertyp sei als Frederiksen, der aber genauso wichtig für die Tiroler werden könnte. „Der Giacomo ist der nächste spannende Spieler, und wir sind abhängig von solchen Deals, damit wir in der Bundesliga bestehen können.“