Marriott-Gruppe drückt Gil Ofarim „tiefes Bedauern“ aus

Deutschland Antisemitismus-Vorwürfe

Marriott-Gruppe drückt Gil Ofarim „tiefes Bedauern“ aus

Machte einen mutmaßlich antisemitischen Vorfall im Hotel "Westin Leipzig" publik: Gil Ofarim

Machte einen mutmaßlich antisemitischen Vorfall im Hotel “Westin Leipzig” publik: Gil Ofarim

Quelle: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild; Gerald Matzka/dpa

Nun meldet sich der Mutterkonzern des „Westin Leipzig“ zu Wort: Man habe Gil Ofarim persönlich kontaktiert und sich betroffen gezeigt, so das Marriott International. Der Sänger hatte eine offenbar antisemitische Anfeindung gegen ihn bekannt gemacht, das Hotel bestreitet seine Darstellung.

Nach den Antisemitismus-Vorwürfen gegen das Hotel „The Westin Leipzig“ hat die Marriott-Gruppe nach eigenen Angaben den betroffen Musiker Gil Ofarim persönlich kontaktiert. „Wir haben Kontakt zu Herrn Ofarim aufgenommen, um ihm unser tiefes Bedauern über seine Erfahrungen auszudrücken“, teilte Marriott International am Freitagabend mit.

„Wir waren schockiert und betrübt, als wir das von Gil Ofarim veröffentlichte Video über das Westin Leipzig gesehen haben.“ Das Leipziger Hotel gehört zu der Hotelkette.

„Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst und unterstützen die polizeilichen Ermittlungen zu diesem Vorfall. Der Betreiber des Hotels hat uns mitgeteilt, dass der betreffende Mitarbeiter bis zum Abschluss der Ermittlungen beurlaubt wurde“, erklärte das Unternehmen. Marriott International verurteile Antisemitismus und jegliche Diskriminierung.

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Wie weiter bekannt wurde, hat die Konzerngesellschaft eine Rechtsanwaltkanzlei mit der internen Untersuchung beauftragt. Die Kanzlei sei auf Compliance-Untersuchungen spezialisiert und habe sofort mit den Ermittlungen begonnen, teilte das Hotelmanagement am Freitagabend in Leipzig mit.

Kanzlei wird mit Polizei zusammenarbeiten

Dabei würden vorhandenes Datenmaterial und Videoaufzeichnungen ausgewertet sowie Mitarbeiter, Hotelgäste und sonstige Personen, die zur Aufklärung des Sachverhalts beitragen können, interviewt, um eine möglichst objektive Klärung des Vorfalls herbeizuführen. Die Kanzlei sei nicht weisungsgebunden und werde ihre Erkenntnisse mit Staatsanwaltschaft und Polizei teilen. Der Abschlussbericht und entsprechende Handlungsempfehlungen würden zeitnah erwartet. Danach entscheide sich das weitere Vorgehen, hieß es. In dem Leipziger Hotel würden weder Antisemitismus, noch sonstige Diskriminierungen geduldet.

Ofarim hatte am Dienstag eine offenbar antisemitische Anfeindung gegen ihn in dem Leipziger Hotel bekannt gemacht. Der Musiker war am Montag zu einem Dreh in Leipzig und wollte danach in dem Hotel einchecken. Der Musiker schilderte in einem zweiminütigen Video auf Instagram, wie ihm das verwehrt wurde, weil er eine Kette mit Davidstern trug. Laut seinen Angaben wurde in der Hotellobby gerufen: „Pack deinen Stern ein!“, ein Mitarbeiter soll dann auch noch direkt gesagt haben: „Packen Sie Ihren Stern ein.“ Der Fall sorgt seitdem bundesweit und auch international für Empörung.

Einer der beschuldigten Hotelmitarbeiter hat den Sänger wegen Verleumdung angezeigt. Ofarim will seinerseits nun auch Anzeige erstatten, teilte sein Management mit. Außerdem liegt der Polizei eine Anzeige von Unbeteiligten wegen Volksverhetzung vor.