NHL: Lightning gewinnt erneut Stanley Cup

Das einzige Tor in Tampa erzielte Ross Colton im zweiten Drittel. „Es ist unglaublich. Das ist so ein Klischee, aber es gibt keine Worte“, sagte Lightning-Kapitän Steven Stamkos, bevor er den Stanley Cup übernahm: „Es ist großartig.“ Die Conn Smythe Trophy, den Pokal für den wertvollsten Spieler (MVP) der Finalserie, übergab NHL-Boss Gary Bettmann an Lightning-Torwart Andrej Wassilewski.

„Diese Spieler haben unter den schwierigsten Bedingungen arbeiten müssen. Nicht nur in der vergangenen Saison, auch in dieser Saison“, sagte Bettman. Seit Einführung der Gehaltsobergrenze in der NHL 2005 haben nur die Pittsburgh Penguins in den Jahren 2016 und 2017 den Stanley Cup in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gewonnen. Für die Lightning ist es der dritte Titel seiner Geschichte.


APA/AFP/Getty Images/Bruce Bennett

Wassilewski wurde als wertvollster Spieler geehrt

Kanada muss weiter warten

Für die Canadiens endete die Saison nach der vierten Niederlage im fünften Spiel der Finalserie dagegen mit einer großen Enttäuschung. Als Team mit den wenigsten Hauptrundensiegen aller Mannschaften waren sie im Play-off immer der Außenseiter, doch mit jedem Tag wuchs der Glaube an ein Ende der 28 Jahre langen Durststrecke kanadischer Teams. Seit der NHL-Rekordmeister 1993 den letzten von 24 Finalsiegen holte, hat keine Mannschaft aus dem Mutterland des Eishockeys mehr den Stanley Cup geholt.

Erneut ein schwieriges Jahr

Die NHL hatte bis zum jetzigen Saisonende wieder viele Schwierigkeiten zu meistern. Es gab neue Divisionen, keine Hauptrundenspiele zwischen Teams aus Kanada und den USA, ein strenges Testregiment, Abstandsregeln in den Umkleidekabinen und kaum Bewegungsfreiheit bei Auswärtsspielen – die Liga versuchte, die Saison mit vielen Maßnahmen inmitten der Coronavirus-Pandemie möglich zu machen, und stieß doch immer wieder an Grenzen. Mehrfach gab es CoV-Ausbrüche in Teams, 52 Partien mussten im Zusammenhang mit dem Virus verschoben werden, ein Dutzend davon auch mehrfach.

Bis in die Finalserie waren die Auswirkungen zu spüren, Spiel drei und vier in Montreal sahen nur 3.500 Fans in der Eishalle, mehr ließen die Behörden in Kanada nicht zu. In Florida aber, das schon beim Super-Bowl-Sieg der Tampa Bay Buccaneers gegen die Kansas City Chiefs im Februar 24.385 Zuschauer ins Stadion gelassen hatte, wurden es im Verlauf des Play-offs immer mehr.

Ende gut, alles gut

Spieler wie Fans feierten daher nach dem Erfolg gemeinsam. Ein Lightning-Spieler nach dem anderen machte alleine eine Runde über das Eis mit dem Pokal hoch über den Kopf gereckt und ließ sich feiern. Alex Killorn, der nach einem geblockten Schuss in der ersten Partie verletzt nicht mehr zum Einsatz kam, sagte mit Blick auf den Sieg gegen das Team aus seiner Heimat: „Ich weiß gar nicht, ob ich zurückkommen darf. Aber ich werde jeden wissen lassen, wenn ich da bin.“

Tampa-Bay-Lightning-Spieler mit Fans


APA/AFP/Getty Images/Bruce Bennett

Der Jubel nach der erfolgreichen Titelverteidigung war groß

Auch Pat Maroon bekam seinen Anteil am Applaus – als erst vierter Spieler in der Geschichte der Liga holte er den Stanley Cup in drei aufeinanderfolgenden Jahren. 2019 gewann er den Pokal mit den St. Louis Blues, 2020 und 2021 nun mit Lightning.

National Hockey League

Stanley-Cup-Finale

Tampa Bay Montreal 1:0 4:1*

* Endstand in der “Best of seven”-Serie