Ski alpin: Brennsteiner und Co. greifen Odermatt an

Für Brennsteiner geht es auf der steilen „Face de Bellevarde“ darum, die starken Leistungen, die ihm im Vorjahr unter anderem zu zwei dritten Plätzen verhalfen, ins Ziel zu bringen. Nach zuletzt doch guten Trainingsbedingungen im steilen Gelände fühlt er sich gerüstet, fit sei er sowieso. Nach Sölden hatte er sich zwischenzeitlich an der Hand verletzt, nach der „kleinen Zwangspause ist aber alles wieder okay“ und er „wieder richtig hungrig“. Vor Odermatt verstecken müsse man sich nicht, versicherte Brennsteiner.

Auch das erneute Verletzungspech von Leitinger, den nach Platz zwei im Sölden-RTL hinter Odermatt ein Kreuzbandriss stoppte, hindert ihn nicht daran, Gas zu geben. „Du musst hoffen, dass du deine Hausaufgaben gut gemacht hast. Darauf vertrauen, dass die Schritte richtig waren, dass du engagiert rennfahren kannst.“ Leitinger richtete seinem Freund in einem Posting vor ein paar Tagen aus, dass er „jetzt der Edelfan vorm Fernseher“ sei. „Stefan, ich wünsche mir für dich, dass du, mit deiner Begeisterung den Skisport zu betreiben, die Saison deines Lebens fährst und Spaß daran hast.“

Vorschau auf Skiweltcup in Val d’Isere

Im alpinen Skiweltcup reisen die ÖSV-Herren voller Zuversicht zu den Technik-Bewerben in Val d’Isere. Dort kämpft man derzeit allerdings noch mit Massen an Neuschnee. Den Rennen selbst, einem Riesentorlauf und einem Slalom, sollte aber nichts im Weg stehen.

“Hin und wieder mit Kopf fahren“

Ihr ganzes Können aufbieten müssen Brennsteiner und Co. bereits am Samstag im Riesentorlauf. “Da sind noch mal ein, zwei Tore mehr als sonst, wo du technisch gut Ski fahren musst, sonst wirft es dich ab. Aber es ist ein Rennen wie jedes andere auch, halt sehr schwierig, den Rhythmus zu finden, weil jedes Tor anders ist. Man kann gut angreifen, muss aber hin und wieder mit Kopf fahren“, erklärte Brennsteiner.

Gut zurecht mit der Piste kommt Feller, der Tiroler war im Riesentorlauf bereits 2015 Vierter und insgesamt viermal in den ersten zwölf. Der Auftakt in Sölden (15.) fühlt sich für ihn bereits sehr weit weg an. „Für mich beginnt die Saison jetzt, dann geht es Schlag auf Schlag, Wochenende für Wochenende. Da wird schon was Gutes rausschauen. Ich habe weit mehr in den Riesentorlauf investiert über den ganzen Sommer.” Der Riesentorlauf sei immer die Basis vom Skifahren. „Wenn das technisch passt, braucht es im Slalom nur ein paar Tore, die du fahren musst“, sagte Feller.

Er habe im Riesentorlauf einen Schritt gemacht, in Sölden habe man gesehen, dass er sich skifahrerisch verbessert habe. „Momentan geht es mir sehr gut.“ Da sich im vergangenen Winter wegen der Rückenprobleme nach dem Bandscheibenvorfall „physisch wie psychisch“ vor jedem Riesentorlauf Fragen aufgetan hätten, sei er umso stolzer, sich in den ersten 30 gehalten zu haben. Und nun sagen zu können: „Ich fühle mich in beiden Disziplinen gut.“ Was kein Nachteil ist, denn der Hang in Val d’Isere ist anspruchsvoll. „Das ist ein Kampf von oben bis unten, gut fühlen ist da definitiv nicht angesagt. Ich bin aber auf jeden Fall bereit.“

Zahlreiche Topfahrer in Lauerstellung

Der letzte Riesentorlauf in Val d’Isere fand 2018 statt, als Marcel Hirscher gewann, das Rennen 2019 wurde wetterbedingt abgesagt, 2020 fanden Speed-Bewerbe statt. Diesmal ist bei der ersten Europa-Station der Ski-Herren nach der Nordamerika-Tournee nach dem Riesentorlauf am Sonntag auch noch ein Slalom (9.30 Uhr/13.00 Uhr, live in ORF1) geplant. Einer der Favoriten am Wochenende ist der Franzose Alexis Pinturault, der Riesentorlauf-Wertungssieger der abgelaufenen Saison gewann 2016 und 2017. Aber auch mit dem Slowenen Zan Kranjec, dem Kroaten Filip Zubcic, dem Italiener Luca de Aliprandini und den von Odermatt angeführten Schweizern wird zu rechnen sein.