Ski alpin: ÖSV-Abfahrer starten Saison mit Doppelsieg

Mayer setzte sich mit 0,23 Sek. Vorsprung auf seinen Teamkollegen Kriechmayr und 35 Hundertstel vor Feuz zum ersten Mal in einer Abfahrt in Lake Louise die Krone auf. Insgesamt war es der siebente Abfahrtssieg und der zweite Erfolg des Kärntners in Kanada. Vor zwei Jahren, als vor der pandemiebedingten Absage 2020 das letzte Mal in Lake Louise gefahren wurde, hatte sich der zweifache Olympiasieger den Sieg im Super-G gesichert. Apropos Super-G: ein solcher steht am Sonntag (20.15 Uhr live in ORF1) auch zum Abschluss der diesjährigen Rennen von Lake Louise statt.

Hinter Mayer und Kriechmayr rundete Max Franz, der im Training noch Bestzeit erzielt hatte, als Fünfter das starke österreichische Ergebnis ab. Auf seinen Kärntner Landsmann fehlten dem 32-Jährigen am Ende 0,56 Sekunden. Daniel Hemetsberger (+1,52), Otmar Striedinger (+1,55) und Daniel Danklmaier (+1,59) reihten sich auf den Plätzen 14, 15 und 16 ein. Christian Walder holte als 22. (+1,88) ebenfalls noch Weltcup-Punkte. Stefan Babinsky waren solche mit Platz 52 nicht vergönnt.

Kriechmayr nur knapp geschlagen

Dem Doppelweltmeister von Cortina d’Ampezzo gelang mit Startnummer eins eine solide Fahrt, die ihm am Ende den zweiten Platz einbrachte.

Mayer behält Durchblick

Am Freitag hatte noch Schneefall dem ersten Speed-Rennen der Saison einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Samstag zeigte sich der Himmel über Lake Louise ebenfalls nicht von seiner besten Seite, ließ aber ein Rennen zu: „Es war brutal schwer zu fahren, die Sicht war schwierig. Aber es waren für alle die gleichen Verhältnisse, also ein lässiges Rennen“, sagte Mayer im ORF-Interview, „der erste Sieg in der Saison ist natürlich ein großes Gefühl. Es war mein Ziel, hier einmal in meiner Karriere einen Sieg einzufahren.“

Mayer konnte mit Startnummer sieben seinen Konkurrenten Kriechmayr, der mit Nummer eins gestartet war, und Feuz (Nr. 5) noch bei ihren Fahrten zusehen und war sich schon zu diesem Zeitpunkt sicher, dass es im Kampf um den Sieg eng hergehen würde. „Es hat total geschlagen und es ist schneller gegangen als im Training. Ich hab gewusst, es wird ein enges Rennen, deshalb hab ich vom Start weg versucht, noch einmal ein bisserl was draufzulegen. Der Start ist einmal geglückt. Die Abstände sind aber nicht so groß, da kann man sich sicher nicht darauf ausrasten“, so Mayer.

Guter Saisonstart, mehr aber nicht

Weltmeister Kriechmayr hatte bei seiner Fahrt ebenfalls vor allem mit der Sicht zu kämpfen. Daher erwischte der Oberösterreicher auch zwei Kurven nicht ganz nach seinem Geschmack. Trotzdem zeigte sich Kriechmayr mit der Ausbeute im ersten Saisonrennen zufrieden. „Es ist ein super Saisonstart. Die Startnummer eins war sicher kein Nachteil. Vom Matthias (Mayer, Anm.) war es ein super Rennen. Er hat sich den Sieg verdient“, gratulierte Kriechmayr dem Gewinner.

Trotz des Doppelsieges und trotz eines Trios in den Top fünf wollte der Oberösterreicher keine Siegeszug der heimischen Speed-Spezialisten in dieser Saison prognostizieren. „Der Saisonstart ist nicht schlecht, aber es gibt noch sehr viele andere Rennen. Die Konkurrenz wird uns sicher nichts schenken“, sagte der 30-Jährige. Kriechmayr schaffte es erstmals in einer Abfahrt auf das Foto der besten Drei. 2018 und 2019 hatte Österreichs Sportler des Jahres im Super-G die Plätze zwei bzw. drei belegt.

Auch Franz war mit dem Auftakt zufrieden, auch wenn er nicht wie im ersten Training ganz vorne zu finden war. „Es war eigentlich ein guter Lauf. Es war mit der Sicht aber schwierig, das Licht hat schon einiges ausgemacht, die ganzen Schläge hat man nicht so gut gesehen“, sagte der Kärntner. Franz haderte nur mit dem Umstand, dass er seine Stärken nicht zu hundert Prozent ausspielen konnte: „Was ich eigentlich gut kann, im Flachen so geschmeidig fahren, habe ich nicht ganz zusammengebracht, deshalb habe ich den Schwung nicht so gut mitgenommen. Sonst war es aber schon ein gutes Rennen.“

Feuz freut sich auf „coole Saison“

Weltcup-Titelverteidiger Feuz kam den zwei Österreichern an der Spitze gemeinsam mit seinem Landsmann Marco Odermatt, der Vierter wurde, am nächsten und hakte den Saisonstart ebenfalls in der Rubrik erfolgreich ab. „Mit einem Podestplatz muss man sicher zufrieden sein. Lake Louise ist immer eine schwierige Strecke, heute besonders mit der schlechten Bodensicht. Da braucht es etwas Überwindung, auf der Strecke voll zu attackieren“, sagte der Schweizer, dem laut eigener Aussage ein kleiner Fehler, bei dem er „vom Tempo überrascht“ wurde, den möglichen Sieg kostete.

Feuz blickte jedenfalls mit Vorfreude auf die kommenden Rennen und eine neuerliche Runde im klassischen Duell Österreich gegen die Schweiz. „Die Dichte an der Spitze steigt von Jahr zu Jahr, es wird eine interessante und coole Saison“, sagte der Routinier. Nach dem Super-G am Sonntag geht das Nordamerika-Gastspiel nächste Woche in Beaver Creek in den USA mit drei weiteren Speed-Events weiter.