Ski alpin: Puchner bei nächster Goggia-Gala Dritte

Puchner hatte bei strahlendem Sonnenschein in den französischen Alpen am Ende 0,91 Sekunden Rückstand auf Goggia, die in 1:41,71 Minuten trotz eines Fehlers im oberen Teil ihre Favoritenrolle bestätigte. Die Amerikanerin Johnson kam der Italienerin mit 0,27 Sekunden – so wie schon bei den beiden Abfahrten in Lake Louise – noch am nächsten. Am vierten Saisonsieg für Goggia und den 15. ihrer Karriere konnte die Konkurrenz allerdings nichts ändern. Nach ihrem Doppelsieg in Lake Louise entschied die Olympiasiegerin von 2018 damit auch die dritte Saisonabfahrt für sich. Zum Drüberstreuen übernahm Goggia auch die Führung im Gesamtweltcup.

Aber auch die Österreicherinnen durften zufrieden sein. Ramona Siebenhofer rundete das österreichische Ergebnis als Vierte (+1,33 Sek.) ab. Ariane Rädler durfte sich mit 1,81 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit als Zwölfte über ihr bestes Abfahrtsergebnis freuen, knapp dahinter zeigte Elisabeth Reisinger als 13. auf. In den weiteren Top 20 war überhaupt ein rot-weiß-rotes Paket zu finden: Nadine Fest, Cornelia Hütter und Sabrina Maier landeten auf den Plätzen 15 bis 17, Christine Scheyer und Stephanie Venier belegten die Ränge 19 und 20. Vanessa Nussbaumer verpasste als 31. die Punkteränge.

„Schritt in die richtige Richtung“

Trotz des Rückstandes fühlte sich auch Puchner wie eine Siegerin. „Wenn mit Startnummer 19 die Nummer drei aufleuchtet, dann kann man zufrieden sein. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte die Salzburgerin im ORF-Interview. Puchner hatte davor Goggia gehörig ins Schwitzen gebracht, denn bis zur dritten Zwischenzeit lag die 29-Jährige noch voran. „Es heißt, weiterarbeiten. Irgendwann kriegen wir sie schon“, schickte Puchner eine Kampfansage Richtung Goggia, die bei der Zieldurchfahrt der besten Österreicherin erleichtert gejubelt hatte.

Siebenhofer haderte hingegen etwas mit ihrem Rückstand auf die Teamkollegin. „Ich werde natürlich lieber Vierte als Zehnte. Es war nicht ganz die optimale Fahrt, die ich mir vorgestellt habe. Wenn man so knapp am Podest dran ist, kann man sich auch ein bisserl ärgern“, so die routinierte Steirerin. Am Sonntag haben Siebenhofer und Co. bereits die Chance, im Super-G (11.00 Uhr, live in ORF1) den Spieß umzudrehen und den ersten Saisonsieg einzufahren.

Auch Hütter war im Ziel aufgrund des Rückstandes von 1,91 Sekunden auf die Siegerin im ORF-Interview etwas ratlos. „Sofia ist brutal am Limit gefahren, dreimal fast in die Garage. Aber wenn du so in einer Überform bist, handelst du das, sonst liegst draußen. Für uns heißt es, analysieren und das nächste Mal besser machen“, sagte die Steirerin.

Tippler mit Glück im Unglück

Für eine Schrecksekunde sorgte Tamara Tippler. Fast genau ein Jahr nach dem schweren Sturz von Nicole Schmidhofer rutschte auch ihre Teamkollegin bei Höchstgeschwindigkeit aus und krachte in das Fangnetz. Anders als Schmidhofer, die sich eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte, blieb Tippler aber dem ersten Anschein nach unverletzt und konnte nach kurzem Durchschnaufen selbst ins Ziel fahren.

Die große Abwesende war Lara Gut-Behrami. Die 30-jährige Schweizerin war positiv auf das Coronavirus getestet worden und musste daher die Rennen auslassen. Am Donnerstag hatte die Doppelweltmeisterin von Cortina d’Ampezzo noch am ersten Training teilgenommen, sich nach dem Ergebnis des in der Schweiz ausgewerteten Tests aber sofort in Isolation begeben. Laut Schweizer Skiverband laboriert Gut-Behrami, vergangene Woche noch Siegerin und Sturzopfer in St. Moritz, an milden Symptomen.