Ski alpin: Rekord für Shiffrin, Kristallkugel für Vlhova

Mair katapultierte sich mit der drittbesten Laufzeit im zweiten Durchgang und dank einiger prominenter Ausfälle vom 14. auf den vierten Platz vor und feierte ex aequo mit der Schweizerin Camille Rast das beste Weltcup-Ergebnis ihrer Karriere. Interessantes Detail am Rande: Bisher hatte die Tirolerin einen sechsten Rang am Originalschauplatz des „Nightrace“ der Frauen in Flachau, das das Rennen heuer aufgrund zu hoher Coronavirus-Zahlen abgeben hatte müssen, zu Buche stehen. Auf die Dritteplatzierte Lena Dürr aus Deutschland fehlten Mair und Rast lediglich zwölf Hundertstel.

„Gut besichtigt und gut analysiert nach der Besichtigung. Ich hab auch einen super Trainer, mit dem ich den ganzen Lauf durchgegangen bin, deswegen habe ich gewusst, dass ich das schaffen kann. Wir haben von den Herren-Rennen gewusst, dass man in der letzten Vertikale das Rennen verliert oder gewinnt. Deswegen habe ich dort einfach den Ski ausgelassen“, analysierte Mair den bisher besten Lauf ihrer Karriere, der sie nicht nur an den Rand des Podests spülte, sondern auch einem Ticket für den olympischen Slalom nächsten Monat ganz nahe brachte.

Mair katapultiert sich auf Rang vier

Mit einem famosen Lauf fährt die Tirolerin das bisher beste Ergebnis ihrer Karriere im Weltcup ein

Shiffrin fängt Vlhova ab

Eine Aufholjagd gelang auch Shiffrin, die sich vom fünften Platz nach dem ersten Durchgang mit Laufbestzeit in der Entscheidung noch an Vlhova vorbeischob und die Slowakin im siebenten Rennen zum zweiten Mal nach Killington auf den zweiten Platz verweisen konnte. Mit 47 Slalomsiegen ist die Amerikanerin nun die alleinige Rekordhalterin an Weltcup-Erfolgen in einer Disziplin. Bisher hatte sich Shiffrin die Bestmarke mit dem Schweden Ingemar Stenmark, der 46 Riesentorläufe gewonnen hatte, geteilt.

„Es fühlt sich wie in einem Traum an. Manchmal muss man einfach riskieren und hoffen, dass es funktioniert. Jedes Mal wenn man schneller als Petra ist, ist es gute Arbeit. Sie fährt einfach so toll Ski. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass mein zweiter Lauf reichen würde, weil sie einfach so gut fährt. Ich bin einfach sehr dankbar, dass ich heute hier gewonnen habe. Den Weltrekord zu schaffen ist toll, aber das wird ein bisschen dauern das zu realisieren“, sagte die numehrige Weltrekordlerin Shiffrin nach ihrem insgesamt 73. Sieg in einem Weltcup-Rennen im ORF-Interview.

Kristall als großes Trostpflaster

Vlhova, die davor drei Slaloms in Serie gewonnen hatte, konnte sich aber beim letzten Slalom vor den Olympischen Spielen in Peking mit dem vorzeitigen Gewinn der kleinen Kristallkugel trösten. Denn nach Olympia stehen nur noch die beiden Slaloms in Aare und Meribel auf dem Programm und Vlhova liegt mit 220 Punkten Vorsprung uneinholbar vor Shiffrin in der Spezialwertung in Front.

„Ich weiß nicht wirklich was passiert ist. Ich kam ins Ziel und war nur Zweite. Und dann wurde mir gesagt, dass ich die Kugel gewonnen habe. So früh in der Saison. Das ist wirklich großartig. Wir freuen uns sehr. Ich bin sehr stolz gegen Mikaela zu fahren, sie hat so viel in diesem Sport erreicht. Wir pushen uns einfach. Es ist ein Kampf. Manchmal gewinnt man, manchmal ist man hinterher. Aber der zweite Platz ist auch gut“, sagte die 26-Jährige, die zum zweiten Mal nach 2020 die kleine Kristallkugel für den Slalom ihr eigen nennt.

Vlhova muss sich mit Platz zwei begnügen

Nach zuletzt drei Siegen in Serie zieht die Slowakin auf der Planai erstmals gegen Shiffrin wieder den Kürzeren

Liensberger „nicht stabil genug“

Im Schatten des Superstar-Duells um den Sieg lief es für die restlichen Österreicherinnen nur bedingt nach Wunsch. Als zweibeste ÖSV-Läuferin kam Katharina Huber als 15. in die Wertung. Katharina Liensberger, nach dem ersten Durchgang noch als Achte beste Österreicherin, fiel in der Entscheidung nach einem schweren Fehler knapp vor dem Ziel auf Platz 21 zurück. Marie-Therese Sporer schied nach einem elften Rang zur Halbzeit in der Entscheidung – so wie übrigens auch die Drittplatzierten Wendy Holdener (SUI) und Ally Nullmeyer (CAN) – aus.

Vlhovas Vorgängerin als Slalom-Weltcupsiegerin Liensberger erlebte ebenfalls ein Wechselbad der Gefühle, allerdings ohne Happy End. „Ich habe gewusst, dass ich einfach attackieren muss. Es war sehr schnell und ich war einfach nicht stabil genug. Die Sicherheit ist noch nicht da und daran muss ich arbeiten. Bis Olympia ist aber genug Zeit. Es ist gesundheitlich nicht so leicht für mich momentan. Es ist wichtig gut zu Kräften zu kommen, dann kann ich auch wieder überzeugt Ski fahren. Da muss ich wieder hin“, sagte die Weltmeisterin im ORF-Interview.

So wie für Sporer keine Weltcup-Punkte gab es auch für Katharina Gallhuber, die nach zuletzt drei Platzierungen in den Top Acht diesmal das Finale verpasste. Auch Stephanie Brunner und Bernadette Lorenz waren an der Hürde der besten 30 gescheitert. Große Abwesende beim ersten Nachtslalom der Damen auf der Planai war aus österreichischer Sicht Katharina Truppe. Die Kärntnerin, zuletzt als Siebente in Kranjska Gora beste ÖSV-Läuferin, musste den Nachtslalom auf der Planai nach einem positiven Test auf das Coronavirus daheim in Quarantäne verfolgen.