Ski alpin: Stelvio ringt Abfahrern Respekt ab

„Das Weihnachtsfest war sehr besinnlich, da runter ist nichts besinnlich”, beurteilte Vincent Kriechmayr nach dem Abschlusstraining den Kurs. Der Oberösterreicher (45./+4,67 Sek.) weiß schon zwei Passagen, die er „vernudelt“ habe. „Da runter fehlerfrei fahren ist nicht so einfach.“ Deswegen ist das Kräfteschonen im Training noch wichtiger als sonst. „Es sind jetzt drei Rennen hier. Jeder denkt dran, dass er beim letzten Rennen auch noch performen kann“, sagte Kriechmayr.

Hemetsberger wusste seinen zweiten Platz richtig einzuschätzen. „Wenn man auf die Anzeigentafel schaut, passt es, aber der Rückstand ist auch groß, Kollege Hintermann ist ziemlich durchgefahren.“ Für den 30-Jährigen ist das „weiße Biest“, wie die Piste genannt wird, sogar schwieriger als die Streif in Kitzbühel. Dabei habe man am Montag noch recht viel sehen können, denn Bormio sei bekannt dafür, dass es eine eher finstere Strecke ist. In erster Linie will er gut runterkommen, sein Ziel sind die Top 15.

Abfahrer pokern in Bormio

Im Abschlusstraining für die Herren-Abfahrt in Bormio haben die Favoriten ihre Karten noch nicht aufgedeckt. Die Bestzeit sicherte sich der Schweizer Nils Hintermann, dahinter belegte Daniel Hemetsberger Rang zwei.

„Jeder will die Stelvio bezwingen“

Doppelolympiasieger Matthias Mayer, der in den Abfahrts- und Super-G-Wertungen führt, hat als Tages-23. auch noch viele Reserven. „Vom Grip her habe ich mir schwerer getan als gestern. Jeder taktiert sicher nicht, sonst wären nicht ein paar Leute 3,5 Sekunden hinten so wie ich, sondern viele“, so der Kärntner. Die Wetterprognosen sind für die nächsten Tage nicht die besten, besonders ab Mittwoch sollte es laut Mayer schlechter werden.


GEPA/Patrick Steiner

Matthias Mayer, der in den Abfahrt- und Super-G-Wertungen führt, sucht im Abschlusstraining noch nach der perfekten Linie

Einer der Mitfavoriten ist auch der Schweizer Beat Feuz, der sich mit den Rängen 22 und zwölf an das Renntempo herangepirscht hat. „Die Trainings hier in Bormio sind immer mit Vorsicht zu genießen, weil Energie muss gespart werden. Jeder hat das Training vom Vortag in den Knochen gespürt“, sagte Feuz. „Es ist vielleicht nicht die schwierigste wie Kitzbühel von der Steilheit, aber einfach, was es körperlich abverlangt, hier runter schnell zu sein, ist ein Wahnsinn“, sagte der Schweizer.

Max Franz kam mit 7,70 Sekunden Rückstand am Montag als 58. ins Ziel: „Ich habe die Abstimmung noch nicht gefunden, muss noch bisserl tüfteln“, sagte der Kärntner. Otmar Striedinger sprach von einem „Überlebenskampf von jedem Läufer da runter, da will jeder die Stelvio bezwingen. Natürlich gibt es ein paar Favoriten, aber es wird sicher wieder Überraschungen geben.“ Welche das sein werden und wie sich die Österreicher schlagen, ist Dienstag (Abfahrt), Mittwoch und Donnerstag (Super-G) jeweils ab 11.30 Uhr live in ORF1 zu sehen.

Herren-Abfahrt in Bormio

Zweites Training am Montag:
1. Niels Hintermann SUI 1:54,78
2. Daniel Hemetsberger AUT + 1,53
. Marco Odermatt SUI 1,53
4. Johan Clarey FRA 1,61
5. Brodie Seger CAN 1,93
6. Matteo Marsaglia ITA 2,06
7. Pietro Zazzi ITA 2,18
8. Dominik Paris ITA 2,09
9. Ryan Cochran-Siegle USA 2,25
10. Gilles Roulin FRA 2,28
11. James Crawford CAN 2,50
12. Beat Feuz SUI 2,52
13. Mattia Casse ITA 2,63
14. Aleksander Aamodt Kilde NOR 2,64
15. Urs Kryenbühl SUI 2,84
16. Stefan Rieser AUT 2,97
. Andreas Sander GER 2,97
18. Stefan Babinsky AUT 2,99
19. Jared Goldberg USA 3,07
20. Travis Ganong USA 3,16
23. Matthias Mayer AUT 3,42
24. Daniel Danklmaier AUT 3,43
40. Christian Walder AUT 4,41
45. Vincent Kriechmayr AUT 4,67
49. Raphael Haaser AUT 5,17
53. Otmar Striedinger AUT 5,55
58. Max Franz AUT 7,70